Überblick
Der Betrieb im Überblick:
Autovermietung ist die gewerbliche, zeitlich begrenzte Überlassung von Kraftfahrzeugen gegen Entgelt. Sie umfasst die Fahrzeugbereitstellung, die Einweisung, die Versicherung und die Rücknahme. Gesetzlich gilt § 21 StVG: Der Mieter muss die Fahrerlaubnis besitzen. Die Vermietung selbst ist kein Handwerk, unterliegt aber der Versicherungspflicht nach PflVG. Für gewerbliche Vermieter gilt die Informationspflicht nach § 312d BGB.
Die Qualifikation der Mitarbeiter ist nicht gesetzlich geregelt. Empfohlen wird eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder Kaufmann für Büromanagement. Für die Fahrzeugaufbereitung gilt DIN EN 1493:2010-12. Pflichtversicherungen sind die Kfz-Haftpflicht nach PflVG und eine Betriebshaftpflicht. Eine Vollkaskoversicherung ist nicht vorgeschrieben, wird aber meist angeboten. Prüfen Sie die Handwerksrolle, wenn Wartung angeboten wird.
Know-how
Die Kompetenzen eines seriösen Betriebs:
Die fachlichen Aufgaben eines qualifizierten und versicherten Kfz-Betriebs.
- Fahrzeugübergabe mit Protokoll nach DIN EN 1493:2010-12 und Fotodokumentation.
- Einweisung in Bedienelemente wie Licht, Warnblinker und Gangschaltung.
- Prüfung der Fahrerlaubnis nach § 21 StVG und des Mindestalters.
- Bereitstellung von Winterreifen mit Alpine-Symbol nach StVZO § 36.
- Abwicklung der Vollkasko mit Selbstbeteiligung und Deckungsgrenzen.
- Reinigung und Desinfektion nach DIN EN 1493:2010-12.
- Rücknahme mit Kilometerabrechnung und Tankkontrolle.
Gut zu wissen
Wann Sie einen Kfz-Betrieb beauftragen sollten
Wenn Sie kurzfristig ein Fahrzeug benötigen, weil Ihr eigenes in der Werkstatt steht, ist ein Mietwagen die schnellste Lösung. Auch für Umzüge oder Urlaube mit hoher Kilometerleistung lohnt sich die Anmietung. Ein privater Verleih unter Freunden ist rechtlich riskant: Ohne Gewerbe erlischt oft der Versicherungsschutz.
Bei Transportern über 3,5 Tonnen ist ein Führerschein der Klasse C1 nötig. Für Fahrten ins Ausland brauchen Sie eine grüne Versicherungskarte. Klären Sie vorab, ob die Vollkasko im Ausland gilt. Ein Kostenvoranschlag hilft, versteckte Gebühren zu vermeiden.
Budget
Stundensatz und typische Arbeiten
Bei Autovermietungen wird kein Stundensatz abgerechnet, sondern ein Tagespreis. Für einen Kleinwagen der Klasse VW Polo zahlen Sie 39 bis 69 Euro pro Tag, inklusive 200 Kilometer. Hinzu kommt eine Kaution von 300 bis 800 Euro, die bei Rückgabe erstattet wird. Eine Zustellung an Ihren Wohnort kostet 29 bis 79 Euro, abhängig von der Entfernung.
Die Tagespreise variieren regional um bis zu 40 Prozent: In München, Frankfurt und Hamburg liegen sie 15 bis 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, in ländlichen Gebieten Brandenburgs oder Mecklenburg-Vorpommerns 10 bis 20 Prozent darunter. Bei kurzfristigen Buchungen unter 24 Stunden vor Abholung schlagen die Anbieter einen Aufschlag von 20 bis 50 Prozent auf.
Preisübersicht
Preise im Detail nach Ausführung
Bundesweit übliche Spannen, ohne Sonderfälle (Oldtimer, Sonderfahrzeuge, Premiumausstattung).
| Leistung | Übliche Preisspanne | Was Sie wissen sollten |
|---|---|---|
| Tagesmiete Kleinwagen (z.B. VW Polo) | 39–69 €/Tag | Inklusive 200 km, Kaution 300–800 €, Wochenendtarife günstiger |
| Tagesmiete Mittelklasse (z.B. VW Passat) | 69–119 €/Tag | Inklusive 250 km, Kaution 500–1.000 €, Automatik meist teurer |
| Transporter bis 3,5 t | 79–149 €/Tag | Zzgl. 0,20–0,35 €/km, Kaution 500–1.000 €, Wochenende 149–249 € |
| Zustellung und Abholung | 29–79 € | Entfernungsabhängig, innerhalb Stadt günstiger, ländlich teurer |
| Zusatzfahrer | 5–15 €/Tag | Oft kostenlos bei ADAC-Mitgliedschaft, sonst pro Fahrer |
| Kindersitz | 5–10 €/Tag | Maximal 30–50 € pro Miete, Reservierung empfohlen |
| Navigationsgerät | 5–12 €/Tag | Oft in höheren Klassen inklusive, sonst Aufpreis |
Tipps
Die Tipps von Brunik vor der Unterschrift
🚗 Brunik, unser Maskottchen, teilt seine Tipps und praktischen Hinweise rund ums Auto. Wer ist Brunik?
Vollkasko prüfen
Achte auf die Selbstbeteiligung. 500 Euro sind üblich, 0 Euro kostet oft 20 Euro am Tag extra. Rechne nach, ob sich das lohnt.
Kilometer begrenzen
Viele Tarife haben 200 Kilometer inklusive. Jeder Mehrkilometer kostet 0,25 bis 0,50 Euro. Schätze deine Strecke vorher.
Tankregel beachten
Bei „voll/voll“ bringst du den Wagen voll zurück. Bei „voll/leer“ zahlst du den Tank zu Apothekenpreisen. Nimm voll/voll.
Schäden dokumentieren
Mach Fotos von allen Seiten und vom Dach. Notiere Kratzer im Übergabeprotokoll. Sonst zahlst du für alte Schäden.
Zusatzfahrer eintragen
Jeder weitere Fahrer muss im Vertrag stehen. Sonst ist der Versicherungsschutz weg. Kostet meist 5 bis 10 Euro pro Tag.
Winterreifen prüfen
Im Winter brauchst du Reifen mit Alpine-Symbol. Mietwagen haben oft Ganzjahresreifen. Frag vor der Buchung nach.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Qualifikation muss ein Autovermietungsbetrieb haben?
Autovermietungen benötigen keine Handwerksrolle, da sie keine Reparaturen ausführen. Sie müssen jedoch ein Gewerbe nach § 14 GewO anmelden und eine Betriebshaftpflichtversicherung mit mindestens 1 Million Euro Deckungssumme vorhalten. Für die Fahrzeugflotte gilt die Halterpflicht nach StVG. Prüfen Sie die Registrierung im Gewerberegister Ihrer Kommune.
Welche Normen gelten für Mietwagen in Deutschland?
Mietwagen müssen der StVZO entsprechen, insbesondere § 29 StVZO (Hauptuntersuchung) und § 36 StVZO (Bereifung). Die DIN EN 1493:2010-12 regelt Fahrzeughebebühnen, nicht Mietwagen. Für die Sicherheit ist die VDE 0100-410:2018-06 bei Elektrofahrzeugen relevant. Jeder Mietwagen muss eine gültige HU-Plakette besitzen und alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung.
Was kostet die Anmietung eines Transporters?
Transporter der Klasse Mercedes Sprinter oder Ford Transit kosten 79 bis 149 Euro pro Tag, zuzüglich 0,20 bis 0,35 Euro pro Kilometer. Wochenendtarife liegen bei 149 bis 249 Euro. In Ballungsräumen wie Berlin oder Stuttgart sind die Preise 20 Prozent höher als auf dem Land. Eine Kaution von 500 bis 1.000 Euro ist üblich.
Wie erkenne ich einen geprüften Autovermietungsbetrieb?
Achten Sie auf das Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Autovermietung (BDA) oder die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015-11. Prüfen Sie die Eintragung im Handelsregister und die Versicherungsbestätigung. Die Handwerksrolle ist nicht relevant, da keine Handwerksleistung erbracht wird. Fragen Sie nach dem letzten HU-Bericht jedes Fahrzeugs.
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